
Jüdisches Viertel, Plantage & Hortus Botanicus: Erinnerung und Natur
Das Gebiet östlich des historischen Zentrums — das Jodenbuurt (Jüdisches Viertel), der Waterlooplein und das Plantage-Viertel — trägt die schwerste Geschichte Amsterdams: Das Jodenbuurt war von Jahrhunderten der blühenden Gemeinschaft bis zur deutschen Besatzung (1940–1945) Heimat der sephardischen und aschkenasischen Juden.
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Jüdisches Historisches Museum — Das vollständige Archiv einer Gemeinschaft
Das Jüdische Historische Museum, untergebracht in einem Komplex aus vier ehemaligen aschkenasischen Synagogen (1671–1752), ist das umfassendste Dokumentationsarchiv des jüdischen Lebens in den Niederlanden: 400 Jahre Fotografien, Dokumente und Zeugnisse. Die Sammlung dokumentiert sowohl die außerordentliche Blüte der jüdischen Gemeinschaft im Goldenen Zeitalter als auch die katastrophale Zerstörung des Holocaust: 102.000 niederländische Juden wurden deportiert; 75% kamen ums Leben.
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Portugiesische Synagoge — Die größte Synagoge der Welt im Jahr 1675
Die Portugiesische Synagoge (Esnoga), zwischen 1671 und 1675 für die sephardische jüdische Gemeinschaft Amsterdams gebaut, war die größte Synagoge der Welt bei ihrer Fertigstellung: ein massives, nüchternes Backsteingebäude mit Sandboden (Tradition), 72 Messingkandelabern und ohne Strom (nur Kerzen und Tageslicht, wie ursprünglich eingebaut). Das Gebäude wurde nie elektrifiziert und ist seit 1675 praktisch unverändert.
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Waterlooplein-Flohmarkt & Geschichte des Jüdischen Viertels
Der Waterlooplein beherbergt Amsterdams ältesten und bekanntesten Flohmarkt: einen täglichen Freiluftmarkt mit Gebrauchtwaren, Antiquitäten und Kuriositäten, der seit 1886 ununterbrochen betrieben wird. Die Geschichte des Marktes ist untrennbar mit der des Viertels verbunden: Vor dem Krieg war er hauptsächlich jüdisch; nach den Deportationen wurden dieselben Stände von nichtjüdischen Händlern betrieben.
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Hortus Botanicus — 1638 und wächst weiter
Der Hortus Botanicus Amsterdam, 1638 als Heilpflanzengarten gegründet, ist einer der ältesten botanischen Gärten der Welt: wo die Kaffeepflanze (Coffea arabica) 1706 erstmals in Europa kultiviert wurde. Er beherbergt 6.000 Pflanzenarten, darunter einen 300 Jahre alten Palmfarn.
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Niederländisches Widerstandsmuseum — Wie eine Gesellschaft auf Besatzung reagierte
Das Verzetsmuseum dokumentiert die Reaktion der niederländischen Bevölkerung auf die deutsche Besatzung (Mai 1940 – Mai 1945): nicht das bequeme Narrativ universellen Widerstands, sondern die komplexe und unbequeme Wahrheit. Die bemerkenswert effiziente Deportation der niederländischen Juden wurde durch die Kooperation niederländischer Beamter, Polizisten und Eisenbahner ermöglicht. Das Museum besticht durch intellektuelle Ehrlichkeit.
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Artis Royal Zoo & das Plantage-Viertel
Artis, der Königliche Zoo, 1838 gegründet und der älteste Zoo der Niederlande (und der drittälteste der Welt an seinem ursprünglichen Standort), belegt 14 Hektar des Plantage-Viertels. Der Zoo hat 900 Tierarten und ist für seine Architektur aus dem 19. Jahrhundert bekannt. Das umliegende Viertel ist eines der angenehmsten Wohngebiete Amsterdams, mit einer außerordentlichen Konzentration indonesischer Restaurants.