
Brandenburger Tor, Reichstag und Tiergarten: Das Herz des Wiedervereinigten Berlins
Die monumentale Achse, die westlich vom Brandenburger Tor durch den Tiergarten zur Siegessäule verläuft — und nördlich zur Reichstagskuppel — konzentriert mehr symbolisches Gewicht pro Quadratkilometer als fast jeder andere Ort in Europa.
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Brandenburger Tor (1791)
Das Brandenburger Tor — das einzige erhaltene Stadttor der ursprünglichen 18 — wurde 1788-1791 von Carl Gotthard Langhans für Friedrich Wilhelm II. von Preußen als Triumphbogen im neoklassischen Stil errichtet, nach dem Vorbild der Propyläen der Athener Akropolis. Das Tor wurde zum symbolbeladenstem Bauwerk der Teilung und Wiedervereinigung: Die Berliner Mauer wurde im August 1961 100 Meter östlich gebaut; als sie am 9. November 1989 fiel, strömten Menschenmassen durch das Tor in der meistgesendeten Szene des Jahrhundertendes.
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Reichstagsgebäude und Norman Fosters Glaskuppel
Der Reichstag — Sitz des Bundestages seit 1999 — hat eine Geschichte, die die deutsche Tragödie zusammenfasst: 1884-1894 errichtet, am 27. Februar 1933 in Brand gesetzt (Hitlers Vorwand für die Notstandsdekrete), 1945 zur Ruine gebombt, und von Norman Foster (1995-1999) mit der berühmten 23 Meter durchmessenden Glaskuppel wiederhergestellt. Die Kuppel empfängt 3 Millionen Besucher jährlich; Voranmeldungen sind Pflicht.
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Tiergarten und Großer Stern
Der Tiergarten (210 Hektar) begann als kurfürstliches Jagdgehege der Hohenzollern, wurde von Peter Joseph Lenné 1833-1840 als englischer Landschaftspark umgestaltet, wurde im katastrophalen Winter 1945-1946 von Berlinern vollständig abgeholzt, die Brennstoff benötigten, und ab 1949 mit Setzlingen wiederaufgeforstet, die von westdeutschen Städten gespendet wurden.
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Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten (1945)
Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten wurde im November 1945 aus Marmor gebaut, der aus den Ruinen von Hitlers Reichskanzlei entnommen wurde. Das Denkmal — eine 12 Meter hohe Bogenkolonnade mit einem Bronzesoldaten, flankiert von zwei T-34-Panzern — lag im britischen Sektor des geteilten Berlins; sowjetische Soldaten durften durch britisches Gebiet marschieren, um die Wachen abzulösen — eine eigentümliche Kalter-Kriegs-Choreografie bis 1990.
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Denkmal für die ermordeten Juden Europas (2005)
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas — am 10. Mai 2005 eröffnet, entworfen von Peter Eisenman — belegt 19.000 m² nahe dem Brandenburger Tor. Es besteht aus 2.711 Betonstelen unterschiedlicher Höhe (0 bis 4,7 Meter) in einem regelmäßigen Raster auf welligem Gelände, was beim Hindurchgehen desorientierend wirkt. Der unterirdische Ort der Information enthält die Namen aller bekannten jüdischen Holocaust-Opfer.
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Siegessäule und Straße des 17. Juni
Die Siegessäule (67 Meter Gesamthöhe) — 1865-1873 zur Erinnerung an preußische Siege erbaut — wurde von Albert Speer 1939 an ihren heutigen Standort am Großen Stern versetzt. Die Straße des 17. Juni — 1953 nach dem Arbeiteraufstand in der DDR umbenannt — verläuft schnurgerade vom Brandenburger Tor 3,5 km westwärts.