
Schloss Charlottenburg und Kurfürstendamm: Westberlins Königsmeile
West-Berlin entwickelte während des Kalten Krieges seine eigene städtische Identität, mit dem Kurfürstendamm als kommerziellem und kulturellem Rückgrat der freien Stadt. Diese Route verbindet Schloss Charlottenburg — die vollständigste erhaltene Hohenzollern-Residenz in Berlin — mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem legendären Kaufhaus des Westens (KaDeWe).
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Schloss Charlottenburg (1699-1746)
Schloss Charlottenburg — das größte und bedeutendste erhaltene Hohenzollernschloss in Berlin — wurde ab 1695 von Kurfürst Friedrich III. für seine Gemahlin Sophie Charlotte erbaut. Das Schloss enthält die wichtigste Sammlung französischer Dekorationskunst in Deutschland: das Porzellankabinett (vollständig mit chinesischem und japanischem Porzellan bedeckt), die Kroninsignien und Antoine Watteaus Gemälde 'L'Enseigne de Gersaint' (1720-21), 1745 von Friedrich dem Großen erworben.
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Schlosspark Charlottenburg
Der Schlosspark Charlottenburg — 500 Meter von der Nordfassade bis zur Spree — ist der größte Schlossgarten Berlins. Der Park enthält das Belvedere (1788, heute Berliner Porzellanmuseum mit der umfassendsten KPM-Sammlung), das Mausoleum (1810, mit den Sarkophagen von Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III.) und den Neuen Pavillon/Schinkel-Pavillon (1825).
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Savignyplatz und Charlottenburger Restaurants
Der Savignyplatz — der baumbestandene Platz im Herzen Charlottenburgs — ist das gesellschaftliche Zentrum der bürgerlichen Westberliner Kultur: ein Netzwerk aus Buchhandlungen, Galerien, Weinstuben und Restaurants. Die Arkadenbögen des S-Bahn-Viadukts beherbergen Galerien und Ateliers, ein Überbleibsel der Stadtkunstbewegung der 1970er Jahre.
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Kurfürstendamm und Breitscheidplatz
Der Kurfürstendamm (Ku'damm) — der 3,5 km lange, an den Champs-Élysées orientierte Boulevard — war die wichtigste Einkaufsmeile West-Berlins während des Kalten Krieges und das symbolische Gegengewicht zur Stalinallee in Ostberlin. Das Europa-Center (1965, mit dem Mercedes-Benz-Stern) und der beschädigte Turm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche prägen den östlichen Endpunkt am Breitscheidplatz.
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (1895/1961)
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche — die Ruine des neoromanischen Kirchenbaus von 1891-1895 (Schwechten), als Mahnmal erhalten und flankiert vom neuen Kirchenbau Egon Eiermanns (1961) — ist das eindrucksvollste Kriegsmahnmal Berlins. Die Kirche enthält ein Nagelkreuz aus Coventry (deutsch-britisches Versöhnungssymbol) und eine russisch-orthodoxe Madonnenikone.
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KaDeWe (Kaufhaus des Westens, seit 1907)
Das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) — 1907 eröffnet, ist Europas zweitgrößtes Kaufhaus (nach Harrods) mit 60.000 m² auf 7 Etagen. Die legendäre 6. Etage — die Feinschmeckeretage — ist der berühmteste Feinkostmarkt Deutschlands: 1.800 Käsesorten, 1.200 Fleisch- und Wurstwaren, eine 30 Meter lange Austernbar und mehrere Gourmetrestaurants.