
Potsdam und Sanssouci: Friedrichs des Großen Palaisparadies
Potsdam — 30 Minuten mit der S-Bahn vom Berliner Zentrum, die ehemalige preußische Königsresidenz und das bedeutendste Schloss- und Parkensemble Nordeuropas — ist seit 1990 UNESCO-Weltkulturerbe. Sanssouci ('sans-souci', französisch für 'ohne Sorgen') ist das intime Sommerschloss, das Friedrich der Große selbst entwarf und als sein wahres Zuhause betrachtete.
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Berlin → Potsdam (S-Bahn)
Die Fahrt von Berlin nach Potsdam mit der S-Bahn (S7, ca. 30-40 Minuten) überquert die Havel über die Glienicker Brücke (die berühmte 'Brücke der Spione' — Grenzübergang zwischen West-Berlin und der DDR, genutzt für Gefangenenaustauch, am bekanntesten 1962: Francis Gary Powers gegen Rudolf Abel). Potsdam bewahrt sein Holländisches Viertel (134 Backsteinhäuser, 1733-1740), die Russische Kolonie Alexandrowka (UNESCO) und den Tagungsort der Potsdamer Konferenz (Cecilienhof, 1916-1917).
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Schloss Sanssouci (1747, Knobelsdorff/Friedrich der Große)
Sanssouci — 1745-1747 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff nach Skizzen Friedrichs des Großen erbaut — ist ein intimes 10-Zimmer-Rokoko-Sommerschloss auf sechs terrassierten Weinbergstufen. Friedrich starb am 17. August 1786 in einem Sessel in seinem Arbeitszimmer; sein Wunsch, neben seinen Hunden auf der Terrasse begraben zu werden, wurde erst 1991 (Wiedervereinigung) erfüllt.
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Sanssouci-Park und Neue Kammern (1747)
Der Sanssouci-Park — 290 Hektar mit mehr historischen Gebäuden als jeder andere Schlossgarten Deutschlands — enthält Schloss Sanssouci (1747), die Neuen Kammern (1747), das Römische Bad (1829, Schinkel), das Chinesische Teehaus (1757, mit vergoldeten chinesischen Hoffiguren), die Orangerie (1851-1860, 300 Meter langes italienisches Palazzo). Der heutige Park entstand in 250 Jahren unter Peter Joseph Lennés Gestaltung (1816-1840).
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Neues Palais (1763-1769)
Das Neue Palais — 1763-1769 von Friedrich dem Großen nach dem Siebenjährigen Krieg als Demonstration der preußischen Stärke erbaut — ist das größte Schloss im Sanssouci-Park (240 Meter, 322 Zimmer) und das prunkvollste preußische Barockgebäude. Friedrich selbst nannte es abfällig eine 'Fanfaronade'. Die Grottenhalle (mit 40.000 eingelassenen Muscheln, Kristallen, Fossilien und Mineralen) und der Marmorsaal sind die spektakulärsten Innenräume.
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Schloss Charlottenhof (1826-1829, Schinkel)
Schloss Charlottenhof — von Karl Friedrich Schinkel 1826-1829 im pompejanischen Neoklassizismus für Kronprinz Friedrich Wilhelm entworfen — ist das architektonisch raffinierteste Gebäude im Sanssouci-Park und Schinkels Meisterwerk der Wohnarchitektur. Die benachbarten Römischen Bäder (1829, Schinkel und Ludwig Persius) vervollständigen das Ensemble.
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Cecilienhof und Potsdamer Innenstadt
Schloss Cecilienhof (1914-1917, englischer Neo-Tudor-Stil) ist bekannt als Tagungsort der Potsdamer Konferenz (17. Juli-2. August 1945), wo Truman, Stalin und Churchill/Attlee das Potsdamer Abkommen unterzeichneten. Der Konferenzsaal ist exakt wie 1945 erhalten. Die Innenstadt umfasst das Holländische Viertel, die Nikolaikirche (1830-1837, Schinkel) und das Brandenburger Tor Potsdam (1770, älter als das Berliner Tor und dessen Vorbild).