
Hackescher Markt, Scheunenviertel und Prenzlauer Berg: Berlins Bohèmekessel
Der Quartierskorridor nördlich der Spree durch das Scheunenviertel bis nach Prenzlauer Berg ist das kulturelle Herz des zeitgenössischen Berlins: eine dichte Konzentration von Straßenkunst, alternativen Galerien, Biomärkten und der vollständigsten erhaltenen Vorkriegswohnarchitektur der Stadt.
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Hackescher Markt und Hackesche Höfe (1906-1907)
Die Hackeschen Höfe (1906-1907, von Kurt Berndt und August Endell im Jugendstil entworfen) — ein Komplex aus acht verbundenen Innenhöfen mit Terrakottafassaden — sind das ausgefeilteste Hofensemble der Wilhelminischen Zeit. Nach der Wiedervereinigung 1996 restauriert, beherbergen sie heute Galerien, Theater (Chamäleon Varieté), Restaurants und Boutiquen.
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Neue Synagoge und Oranienburger Straße (1866/1995)
Die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße — 1866 in Anwesenheit Bismarcks eingeweiht — hat eine maurische Fassade und eine markante Goldkuppel. Polizeimajor Wilhelm Krützfeld schützte sie teilweise in der Reichskristallnacht; nach Kriegsschäden 1943 und DDR-Abriss 1958 (außer Fassade und Kuppel) wurde das Centrum Judaicum 1995 als Mahnmal eröffnet.
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Kollwitzplatz und Prenzlauer Berg
Die Kollwitzplatz — nach der Bildhauerin und Grafikerin Käthe Kollwitz (1867-1945) benannt — ist das symbolische Zentrum der bürgerlichen Bohèmekultur des Kiezes. Die umliegenden Gründerzeitblöcke bilden das vollständigste erhaltene Vorkriegsstadtgefüge Berlins — Stuckfassaden, Hinterhofgärten und Eckkneipe, kaum verändert seit wilhelminischer Zeit.
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Mauerpark und Sonntagsflohmarkt
Der Mauerpark — der ehemalige Todesstreifen, seit 1994 öffentlicher Park — ist das gesellschaftliche Zentrum von Berlins Sonntagskultur. Der Flohmarkt (800-1.000 Stände, 50.000 Besucher an Spitzentagen) ist der größte Berlins. Das Bearpit-Karaoke (im Steinsesselbogentheater, jeden Sonntag, kostenlos) ist eine echte Berliner Institution.
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Kulturbrauerei (seit 1891)
Die Kulturbrauerei — der ehemalige Schultheiss-Brauereikomplex an der Schönhauser Allee, 1891-1898 von Franz Schwechten im neugotischen Industriestil erbaut — ist das wichtigste Beispiel spätgründerzeitlicher Industriearchitektur in Berlin. Heute: 25.000 m² Kulturraum — Clubs, Kinos, Theater, Restaurants und das Museum Alltag in der DDR.
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Schönhauser Allee und Jüdischer Friedhof (1827)
Die Schönhauser Allee — Hauptachse des Prenzlauer Berg — ist die dichteste Geschäftsstraße Ostberlins. Der Jüdische Friedhof an der Schönhauser Allee (1827 angelegt) birgt die Gräber des Malers Max Liebermann (gest. 1935) und des Komponisten Giacomo Meyerbeer (gest. 1864) unter alten Bäumen.