
Der Große Boulevard: Andrássy von der Oper bis zum Heldenplatz
Die Andrássy Avenue, Budapests UNESCO-gelisteter Prachtboulevard, erstreckt sich 2,5 km vom Stadtzentrum bis zum Heldenplatz, in den 1870ern als Ausdruck ungarischen Nationalbewusstseins nach dem Ausgleich von 1867 gebaut. Ihre neorenaissance Paläste beherbergen die Staatsoper und das Haus des Terrors.
- 1
Ungarische Staatsoper
Zwischen 1875 und 1884 von Miklós Ybl gebaut, gilt sie als schönstes Opernhaus Europas mit einer der weltweit besten Akustiken. Gustav Mahler war von 1888 bis 1891 Direktor; auch Liszt, Puccini und Klemperer dirigierten hier. Richard Strauss' Elektra erlebte hier seine ungarische Uraufführung.
- 2
Andrássy-Allee (Andrássy út)
Zwischen 1872 und 1884 als einheitlicher Entwurf erbaut — neorenaissance Mietspaläste, einheitliche Traufhöhen — heute noch bemerkenswert intakt. Unter dem ersten Abschnitt verläuft die Millenniums-Untergrundbahn (M1), Kontinentaleuropas erste Untergrundbahn, 1896 eröffnet und ebenfalls UNESCO-Welterbe.
- 3
Haus des Terrors (Terror Háza)
Das Museum im Gebäude, das nacheinander als Hauptquartier der faschistischen Arrow-Cross-Geheimpolizei und dann der kommunistischen ÁVH diente, ist eines der emotional stärksten historischen Museen Europas. Die Folterkeller sind erhalten; ein ganzer Panzer hängt von der Atrium-Decke, umgeben von Opferfotos. Eröffnet 2002.
- 4
Oktogon
Die oktogonale Kreuzung, wo die Andrássy Avenue den Großen Ring (Nagykörút) schneidet, von spätviktorianischen Miethäusern ungewöhnlicher Einheitlichkeit gesäumt. Der Große Ring ist Budapests Äquivalent der Pariser Grands Boulevards — ein 4 km halbkreisförmiger Ring durchgehender Mietshäuser, der zur kommerziellen und kulturellen Hauptachse Pests wurde.
- 5
Liszt-Ferenc-Platz (Liszt Ferenc tér)
Der Fußgängerplatz senkrecht zur Andrássy Avenue hat sich zum gesellschaftlichen Mittelpunkt des inneren Budapests entwickelt, mit Restaurants und Cafés, die im Sommer die gesamte Platzbreite belegen. Ankerpunkt ist die Franz-Liszt-Musikakademie — Ungarns finstes Jugendstilkonzertsaal mit außergewöhnlicher Keramikfassade.
- 6
Heldenplatz (Hősök tere)
1896 für die Millenniumsfeierlichkeiten anlässlich des 1000. Jahrestags der Magyarenlandnahme im Karpatenbecken geschaffen. Das Millenniumsdenkmal — eine 36 Meter hohe Steinsäule mit Erzengel Gabriel — wird von einer halbkreisförmigen Kolonnade mit Statuen der sieben Stammesfürsten und Ungarns bedeutendster Herrscher umgeben.