
Cascais & Estoril: Die Portugiesische Riviera mit der Sintra-Linie
Die 40 km lange Atlantikküste westlich von Lissabon — als Portugiesische Riviera bekannt — war im 20. Jh. das Spielfeld europäischer Königshäuser, exilierter Monarchen und Kriegsspione. Der Sintra-Zug ab Cais do Sodré braucht 33 Minuten nach Cascais und hält in den Badeorten Estoril und Monte Estoril.
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Estoril Casino (Casino do Estoril)
Das Casino do Estoril — 1916 eröffnet, 1968 in seiner aktuellen modernistischen Form neu gebaut — ist das flächenmäßig größte Casino Europas. Im Zweiten Weltkrieg beherbergte Estoril eine außergewöhnliche Konzentration von Spionen aller Mächte. Ian Fleming, der das Casino als britischer Maringeheimdienstoffizier besuchte, nutzte Estoril als Vorlage für die Casino-Szenen in Casino Royale (1953), dem ersten James-Bond-Roman.
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Cascais-Bucht (Baía de Cascais)
Die hufeisenförmige Baía de Cascais am Westende der Sintra-Bahnlinie vereint drei Sandstrände mit dem Arbeitshafen des alten Fischerdorfes, das von 1870 bis zum Ende der portugiesischen Monarchie 1910 königliche Sommerresidenz war. Ruhige Gewässer und beständige Atlantikwinde machten die Bucht zu einem Top-Surfspot; die Cascais Sailing World Championship findet hier jährlich statt.
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Cascais Altstadt (Centro Histórico)
Cascais' Altstadt — ein Gewirr gepflasterter Straßen, weiß getünchter Gebäude mit bemalten Kachelfassaden, Meeresfrüchterestaurants und der Zitadelle aus dem 16. Jh. — bewahrt erhebliche Authentizität. Das Museu dos Condes de Castro Guimarães (1902, neo-manuelinisch und Romantischer Revivalismus) beherbergt eine bedeutende Sammlung indo-portugiesischer Möbel, Azulejos, Gemälde und dekorativer Künste.
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Boca do Inferno ('Höllenrachen')
Die Boca do Inferno ('Höllenschlund'), 2 km westlich von Cascais am Küstenweg, ist eine erodierte Meereshöhle im Kalksteinvorsprung, wo Atlantikwellen mit enormer Kraft eindringen und bei Stürmen Gischt 20 Meter in die Luft schießen. Aleister Crowley inszenierte hier 1930 seinen eigenen Tod — er hinterließ seine Zigarettendose auf der Klippe mit einem Abschiedsbrief — und erzeugte damit eine der großen Fälschungen des früheuropäischen 20. Jahrhunderts.
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Cascais Marina
Die Cascais Marina, 1999 in ihrer aktuellen Form mit 650 Liegeplätzen neu gebaut, ist eine der wichtigsten Atlantiksegelmärinen der Iberischen Halbinsel — Heimatbasis der Cascais Sailing World Championship (seit 1976 jährlich) und des Ocean Race. Der Clube Naval de Cascais (1893), einer der ältesten Yachtklubs Portugals, unterhält sein historisches Jugendstil-Klubhaus am Marinaeingang.
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Guincho-Strand (Praia do Guincho)
Die Praia do Guincho, 10 km westlich von Cascais im Naturpark Sintra-Cascais, ist einer der dramatischsten und wildesten Strände in Reichweite einer europäischen Hauptstadt — ein 2 km langer, atlantikseitiger Sandbogen mit beständigen starken Winden, der ihn zu einem der besten Kitesurf- und Windsurfreiseziele Europas macht. Das Restaurant Fortaleza do Guincho im historischen Hotel (1942) hält seit 2002 einen Michelin-Stern.