
Erinnerung und Stein: Prags Jüdisches Viertel (Josefov)
Eines der besterhaltenen jüdischen Viertel Europas erzählt tausend Jahre jüdischer Geschichte durch sechs Synagogen, den ältesten jüdischen Friedhof Mitteleuropas und eine der größten Judaica-Sammlungen der Welt.
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Altneusynagoge
Die älteste noch erhaltene Synagoge Europas, um 1270 erbaut, wird noch immer für Gottesdienste genutzt. Der Legende nach schläft der Golem des Rabbis Löw aus dem 16. Jahrhundert auf dem Dachboden. Das gotische Innere strahlt außergewöhnliche Altertümlichkeit aus.
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Alter Jüdischer Friedhof
Vom frühen 15. Jahrhundert bis 1787 in Betrieb, hat der Friedhof bis zu zwölf übereinanderliegende Bestattungsschichten. Seine 12.000 schrägen Grabsteine bilden eine dichte Steinfläche. Rabbi Löw (†1609) liegt hier begraben, sein Grab mit Kieselsteinen und Zetteln bedeckt.
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Pinkas-Synagoge
Die Wände dieser Synagoge von 1535 sind mit den Namen von 77.297 böhmischen und mährischen Juden bedeckt, die im Holocaust ermordet wurden. Im Obergeschoss zeigt eine Ausstellung Zeichnungen von Kindern aus dem KZ Theresienstadt.
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Maisel-Synagoge
1592 vom jüdischen Bürgermeister Mordecai Maisel erbaut, beherbergt sie heute die Silber-Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums, darunter Thorakronen und Zeremonialobjeckte, die von den Nazis aus hunderten vernichteter Gemeinden beschlagnahmt wurden.
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Spanische Synagoge
Die prächtigste Synagoge Josefovs (1868), im maurisch-andalusischen Stil, hat jede Oberfläche mit Arabesken und goldverziertem Stuck in Türkis, Gold und Terrakotta bedeckt. Sie beherbergt eine Ausstellung zur jüdischen Geschichte in Böhmen von 1781 bis heute.
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Rudolfinum-Konzertsaal
Am Rand von Josefov ist das Rudolfinum (1885) Prags wichtigste Konzerthalle und Heimat der Tschechischen Philharmonie. Der Dvořák-Saal gilt als einer der akustisch perfektesten Konzertsäle der Welt. Das Terrassencafé mit Blick auf die Moldau ist eines der elegantesten Flecken der Stadt.