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Café Central
Das Café Central, 1876 im Erdgeschoss des Palais Ferstel (1860) eröffnet, ist das architektonisch spektakulärste Kaffeehaus Wiens und vielleicht der Welt. Sein Interieur – hohe Gewölbedecken, Marmorbögen, bemalte Lünetten und Marmortische – wurde von den Ringstraßenarchitekten Ferstel und Gottfried Semper für maximale theatralische Wirkung entworfen. Das Café war das intellektuelle Zentrum des Fin de Siècle Wien: Leon Trotzki spielte hier 1907-1913 Schach (eine Pappfigur von ihm sitzt immer noch am Eingang), Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Alfred Adler und Peter Altenberg waren Stammgäste. Das Café schloss 1944, wurde als Lagerhaus genutzt und 1986 sorgfältig in seinem ursprünglichen Glanz restauriert und wiedereröffnet.
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Café Landtmann
Das Café Landtmann, 1873 gegründet und direkt gegenüber dem Rathaus an der Ringstraße gelegen, ist seit 150 Jahren Wiens politisch bestvernetztes Kaffeehaus. Sigmund Freud war Stammgast, ebenso Gustav Mahler, Adolf Loos, Paul Anka und jeder österreichische Bundeskanzler von Karl Renner bis heute. Die privilegierte Lage des Cafés – zwischen Universität, Burgtheater und Parlament – machte es zum informellen Salon, wo Journalisten, Politiker, Akademiker und Künstler sich trafen. Im Gegensatz zur restaurierten Pracht des Café Central ist das Interieur des Landtmann eher unaufdringlich, aber seine Gartenterrasse mit Blick auf den Rathauspark ist eine der schönsten Outdoor-Café-Umgebungen der Stadt.
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Theater in der Josefstadt
Das Theater in der Josefstadt, 1788 gegründet und Wiens ältestes durchgehend betriebenes Theater, das noch in seinem ursprünglichen Gebäude untergebracht ist, feierte 1988 seine 200-jährige Jubiläumsproduktion unter der Leitung von Max Reinhardt, der es 1924 von einem kleinen Varietétheater in ein angesehenes Repertoirehaus verwandelt hatte. Die zweihundertjährige Produktion des Theaters war die österreichische Erstaufführung von Raimunds „Der Verschwender“, an der Beethoven teilnahm. Heute fungiert das Theater in der Josefstadt als öffentlich gefördertes Repertoiretheater mit einem festen Ensemble, das klassische und zeitgenössische Dramen inszeniert – eine von drei solchen Kompanien in Wien neben dem Burgtheater und dem Volkstheater.
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Piaristenkirche (Maria Treu)
Die Piaristenkirche – offiziell die Kirche Maria Treu – steht im Herzen der Josefstadt auf ihrem eigenen eleganten Platz und ist eine der schönsten erhaltenen hochbarocken Kirchen Wiens. Zwischen 1698 und 1753 vom Piaristenorden (einem Lehrorden, dessen Mitglieder Schulen in ganz katholischen Europa betrieben) erbaut, gelten ihre Doppelturmfassade und ihr kompaktes Interieur als eines der schönsten sakralen Werke von Lucas von Hildebrandt. Das bekannteste Merkmal der Kirche ist der Deckenfreskenzyklus von Franz Anton Maulbertsch (1752), dem größten österreichischen Barockmaler – der größte Maulbertsch-Auftrag, der noch in seiner ursprünglichen Umgebung erhalten ist.
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Altes AKH (Altes Allgemeines Krankenhaus)
Der Campus des Alten Allgemeinen Krankenhauses (Altes AKH), von Kaiser Joseph II. zwischen 1783 und 1796 als Europas größtes Krankenhaus erbaut, bildet heute nach seiner Umnutzung in den 1990er Jahren den Hauptcampus der Universität Wien. Sein außergewöhnlicher Hofkomplex – zehn miteinander verbundene Höfe unterschiedlicher Größe, verbunden durch Arkadengänge – ist eines der verborgenen Juwelen des Wiener Stadtbildes, eine Miniaturstadt in der Stadt, die Touristen weitgehend unbekannt ist. Das Krankenhaus war im 19. Jahrhundert der Geburtsort der Wiener Medizinischen Schule: Semmelweis entdeckte hier 1847 das Händewaschen, und Sigmund Freud absolvierte hier Anfang der 1880er Jahre seine Assistenzzeit.
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Volksoper
Die Volksoper, 1898 als Stadttheater zum 50-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs erbaut, ist Wiens zweites Opernhaus nach der Staatsoper und zeigt Operette, Musiktheater und Oper zu niedrigeren Eintrittspreisen in einer informelleren Atmosphäre. Ihr Repertoire – dominiert von Wiener Operette (Lehár, Kálmán, Strauss) und deutschsprachiger Oper – bewahrt die mitteleuropäische Musiktradition, die die Wiener Staatsoper in ihrem Streben nach internationalem Prestige zunehmend beiseite lässt. Für Besucher, die an authentischer Wiener Musikkultur statt an globaler Opernberühmtheit interessiert sind, bietet die Volksoper oft ein echteres lokales Erlebnis.
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