
Farbe & Harmonie: Hundertwasser, Stadtpark & der Donaukanal
Wiens farbenfrohestes Viertel verbindet die organische Architektur von Friedensreich Hundertwasser – dessen Sozialwohnungsprojekt und umgebautes Fabrik-Museum den Outsider-Expressionismus in den städtischen Mainstream brachten – mit dem Stadtpark, Wiens beliebtestem öffentlichen Park und der grünen Lunge der Innenstadt, und der Donaukanalpromenade, die sich zu Wiens dynamischstem urbanen Freizeitstreifen entwickelt hat.
- 1
Hundertwasserhaus
Das Hundertwasserhaus (1983-86), ein von dem Maler und Architekten Friedensreich Hundertwasser für die Stadt Wien entworfenes Sozialwohnhaus mit 52 Wohnungen, ist das meistbesuchte Wohngebäude Europas – eine Struktur, die so nachdrücklich im Widerspruch zur geradlinigen Logik der Wohnarchitektur des 20. Jahrhunderts steht, dass sie Passanten innehalten lässt. Hundertwassers Grundprinzip war, dass gerade Linien gottlos sind: Das Hundertwasserhaus hat keine zwei gleichen Fenster, Böden, die wie Hügel wellenförmig verlaufen, Säulen unterschiedlicher Höhen und 250 Bäume, die auf den Dachterrassen und in den Wohnungen wachsen, deren Wurzeln durch die Fassade sichtbar sind. Das Gebäude wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekten Joseph Krawina erbaut und ist nach wie vor ein bewohntes Sozialwohnhaus; die Privatsphäre der Bewohner wird durch einen Puffer aus Souvenirläden und einen Aussichtsbereich auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschützt.
- 2
KunstHaus Wien
Das KunstHaus Wien, 1991 von Hundertwasser selbst aus einer ehemaligen Thonet Bugholzmöbelfabrik umgebaut, dient als Dauermuseum für Hundertwassers Werk und beherbergt Wechselausstellungen internationaler Kunst. Das Äußere des Gebäudes – mit unregelmäßigen, mehrfarbigen Keramikmosaiken gefliest, mit wellenförmigen Böden und von Bäumen gesäumten Terrassen – ist selbst ein Gesamtkunstwerk Hundertwassers. Die Dauerausstellung in den oberen Stockwerken präsentiert den gesamten Werdegang Hundertwassers, von seinen frühen gestischen Gemälden, beeinflusst von Paul Klee und Egon Schiele, über seine reife Architekturphilosophie bis hin zu seinem Umweltaktivismus sowie Schiffs- und Flaggendesign. Hundertwasser starb im Jahr 2000 an Bord der Queen Elizabeth II.
- 3
Stadtpark (City Park)
Der Stadtpark, 1862 als Wiens erster öffentlicher Park eröffnet, erstreckt sich über beide Ufer des Wienflusses, wo er in den Ringstraßenbezirk mündet. Sein englischer Landschaftsstil – informelle Bepflanzung, gewundene Wege und romantische Teiche – bildete einen bewussten Kontrast zur formalen Barockgeometrie von Schönbrunn und dem Augarten. Das bekannteste Element des Parks ist die vergoldete Statue von Johann Strauss II (1899) von Edmund Hellmer, die den Walzerkönig mitten in der Verbeugung mit Geige darstellt, die meistfotografierte Statue Wiens. Der Park enthält auch Denkmäler für Franz Schubert, Franz Lehár, Robert Stolz und den Maler Hans Makart – ein Denkmal für Wiens außergewöhnliche kulturelle Produktion des 19. Jahrhunderts.
- 4
Kursalon
Der Kursalon Hübner, ein prächtiger italienischer Pavillon, der 1867 im Stadtpark erbaut wurde, war ursprünglich ein Kurhaus für Besucher, die medizinische Behandlungen in den Bädern des Wienflusses in Anspruch nahmen. Heute ist er ein Konzertsaal, der sich auf Johann-Strauss- und Mozart-Konzerte spezialisiert hat – ein explizit touristisch ausgerichteter Betrieb, der das bietet, was die Wiener Philharmoniker nicht bieten: zugängliche, informelle klassische Musik in einer schönen Umgebung. Strauss selbst dirigierte hier in den 1860er Jahren regelmäßig; der Terrassengarten des Kursalons mit Blick auf die Stadtparkrasen ist einer der angenehmsten Orte zum Essen im Freien in der Innenstadt.
- 5
Urania
Die Urania (1910), ein Jugendstil-Gebäude für öffentliche Bildung, entworfen von Max Fabiani am Ufer des Wienflusses an dessen Zusammenfluss mit dem Donaukanal, wurde von der Wiener Gemeinde als öffentliche Sternwarte und Wissenschaftsbildungszentrum errichtet – Teil des ehrgeizigen Programms der späten Habsburgerstadt zur Volksaufklärung. Ihre Dachsternwartenkuppel ist immer noch in Betrieb und an klaren Abenden für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Urania beherbergt auch ein Kino (eines der ältesten Wiens, ununterbrochen in Betrieb), ein Theater und das Urania Puppentheater. Die Terrassenbar des Gebäudes mit Blick auf den Donaukanal ist ein beliebter abendlicher Treffpunkt.
- 6
Schwedenplatz
Der Schwedenplatz, der wichtigste Verkehrsknotenpunkt am Donaukanal, wo sich die U-Bahn-Linien U1 und U4 kreuzen, markiert die nördliche Grenze der Altstadt und den Beginn der Kanalpromenade. Der Name des Platzes stammt aus dem Jahr 1648, als schwedische Gesandte hier am Ende des Dreißigjährigen Krieges Zahlungen von der österreichischen Krone erhielten. Heute beherbergt das Kanalufer auf beiden Seiten des Schwedenplatzes den Donaukanal Bar- und Restaurantstreifen – eine 3 Kilometer lange Freizeitzone mit Bars, Clubs, Kunstprojekten und Stadtstränden, die einen ehemals industriellen Wasserweg in Wiens dynamischsten öffentlichen Raum verwandelt hat, besonders lebhaft von April bis Oktober.
Walk this route with audio
Stories play automatically as you reach each stop — no tapping needed.
Mehr in vienna

Das Alte Wien: Prater, Riesenrad und Leopoldstadt

Kaiserlicher Sommer: Schloss und Gärten Schönbrunn

Das Herz des Imperiums: Stephansdom und die Innere Stadt

Märkte & Moderne: Naschmarkt zum MuseumsQuartier

Klimt und Barocker Glanz: Belvedere bis Karlskirche
